Für das Recht zu Bleiben und das Recht zu Gehen. Wir unterstützen in der Bewegung.

Zirkuläre Migration statt „Abschiebung“ oder freiwilliger Ausreise. Alassane Dicko über die scheiternde europäische Migrationspolitik bis nach Westafrika.

in Deutsch, Somali, Arabisch, Tigrinya, Persisch.

Bewegungsfreiheit für alle! Xoriyadda dhaqdhaqaaqa qof walba! حرية التنقل أوالحركة للجميع ናጻ ምንቅስቃስ ንኹሉ! ! جنبش آزادی برای همه.

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

24/01/2020 / 20:00 Uhr / Hildesheim Trillke e.V., Steinbergstraße 42 / Netzwerk NoBorder. NoProblem

Essen, Lagerfeuer, Austausch mit aktivistischen Gruppen, Musikgruppe des Kurdischen Kulturvereins, „WAPANI-Band“, Benjamin FRNKLNkrawalle ♀ liebeJaamann

Dancen gegen Grenzen – Tanzen für Fähren statt Frontex /Techno und Folklore

Eintritt: Spende an ZigZag-Kitchen Brüssel,

zum Beispiel: 5€ für 10 Essen. Zurzeit kocht die ZigZag-Kitchen in Brüssel für 700 Geflüchtete ohne Papiere. Jetzt Kontaktieren, Mitkochen und eine soziale Bewegung starten: zigzagkitchen[at]posteo.org

Qoob ka ciyaarka markabka halki loo isticmaali lahaa frontex

/Muuusig iyo farsamadha gacanta loogu talagalay dhalinyaradha iyo waayelka

نحن نرقص من أجل قارب النجاة وليس من أجل التعاول مع الشرطة الحدودية

الموسيقى والفن للصغار والكبار 

ናጻ ምንቅስቃስ ንኹሉ 

ሙሲቃን ኩንስት ን ዓቢን ንእሽቶን

شادمانی کردن (روی خوش نشان دادن) به کشتی ها، بجای آژانس اروپایی برای گارد مرزی و ساحلی.

موسیقی و هنر برای خردسالان و بزرگ سالان.

Rechte für Frauen und Reisende statt Gewalt!

Kahortagga rabshada haweenka iyo dadka socotada ah!

حماية النساء والمسافرين من العنف

ምክልኻል ደቀ ኣንስትዮ ኣብ መገሻ ካብ ምዕማ

:::::::::::::

Beginn: 20:00 Uhr:

Lagerfeuer, Essen und Austausch mit aktivistischen Gruppen, wie ZigZag-Kitchen Brüssel und You can‘t evict Solidarity – Antirepressionsarbeit« auf der Balkanroute und EU-Grenzen.

Dazu Bücherecke („Mein Weg vom Kongo nach Europa: Zwischen Widerstand, Flucht und Exil“), Infos zum Rasthaus für Migrantinnen und Kinder in Rabat und dem neuen europäischen Grenzregime in Westafrika. Emmanuel Mbolela (afrique-Europe-interact) berichtet im Stream.

::::::::::::::

20:30: Siggi Dotter entfällt, stattdessen: Musikgruppe des Kurdischen Kulturverein Hildesheim

Die Meise auf Reisen – Ein Hörspiel für Klein und Groß mit Musik. Siggi ist unzufrieden. Er wohnt mit seiner Blaumeisenfamilie in einem Stadtpark und da ist es ihm einfach zu langweilig. Von der Graugans Kalibert erfährt er, dass es noch andere Orte gibt, an denen Meisen leben. Siggi ist völlig überrascht. Er möchte jetzt unbedingt alles über diese anderen Orte erfahren! Ein Hörspiel für Kinder und Erwachsene.

:::::::::::::

21:30 Uhr: WAPANI (Wolfsburg)

WAPANI. Das ist temperamentvolle Musik aus Westafrika (Burkina Faso und Kamerun). Doubassin Sanogo & Friends kombinieren virtuose Balafonklänge mit den zarten Tönen der Stegharfe (N’goni) und kräftigen Trommelrhythmen. Von traditionelle Melodien bis Eigenkreationen ist alles dabei. Seien Sie gespannt.

:::::::::::::

23:00 Uhr: Benjamin FRNKLN (Hildesheim)

Back for und zurück. Von Hildesheim nach Hamburg über Berlin wieder zurück in die einzig wahre Stadt, Hildesheim.

“Hier lacht und lebt es sich einfach recht gut und still.“

Für diesen besonderen Abend bedient er sich an treibenden Beats rund um die Welt.

Afro house RISE ist angesagt die bekannte Party Reihe aus Berlin die einen neuen tanzbaren Sound und damit eine ganze Kultur auf die Tanzflächen dieser Welt Transportiert.

See you on the Dancefloor

:::::::::::::

Danach

krawalle ♀ liebe (Berlin)

partygänger_innen behaupten:

“knallharter atzenstraz”

“BALLERT!”

“geht gar nicht”

krawalle ♀ liebe ist das egal. mit ihrem bassgeladenem riot bounce machen die beiden keine gefangenen und klatschen unaufhaltsame grrrl* power dirket auf den dancefloor.

:::::::::::::

Danach

Jaamann (Berlin)

Jaamann, the Afro-Italian producer and DJ. Having relocated from The Ivory Coast to Italy at a young age, Jaamann grew up with diverse genres of music, Rock, Hip hop R&nB and Reggae. As an adult Jaamann found his way to the Techno capital – Berlin, where the beat, tempo, rhythm and infinite combinations of sounds used, roped him into the Techno scene.

In 2018, Jaamann is turning his passion into a career, with his first release on Tiefdruckgebeat (a collaboration with The Relative Zero). Jaamann has played in some of the country’s most respected venues such as Moloch (Hamburg), Spedition (Bremen) and his musical home, MenschMeier (Berlin). Jaamaan also organises Rave For Good – a Solidarity project aimed at restoring clean drinking water in Burkina Faso.

Jaamaan’s sound is best described as dark, melodic Techno – but with a background such as his, his style remains truly versatile.

:::::::::::::

Diese Veranstaltung ist für alle!

Deshalb dulden wir keine rassistischen Beleidigungen, keine sexistischen Sprüche oder anderes diskriminierendes oder übergriffiges Verhalten!

Dafür bitten wir dich um Folgendes:

– Nein bedeutet nein!

– Achte auf deine Grenzen und die der anderen.

– Wenn du einen Übergriff mitbekommst, schalte dich ein und – frage, ob deine Unterstützung erwünscht ist.

Wenn du Diskriminierung oder übergriffiges Verhalten erlebst, suche dir Unterstützung. Du bist nicht allein.

Unterstützung bekommst du hier:

– bei den Menschen mit den Leuchtbändchen

– an der Theke

– am Eingang

♥♥♥

This Event is for everybody!

That‘s why we don‘t want racist insults, sexist comments or other discriminating behaviour at the concert!

We ask you to keep in mind:

– No means no!

– Respect your own boundaries and those of others.

– If you notice a discriminatory behaviour, get involved. Ask if the person needs your support.

If you don‘t feel comfortable, get support. You are not alone.

You can get support here:

    – People with the awareness light ribbon

    – at the entrance

    – Counter

Netzwerk NoBorder. NoProblem. Für das Recht zu Gehen und zu Bleiben!

You can`t evict Solidarity. Kampagne für grenzenlose Solidarität mit migrantischen Kämpfen in Griechenland, auf der Balkanroute und überall

Seebrücke Hildesheim. Wir bauen eine Brücke zu Sichere Häfen.

ZigZag-Kitchen: http://nobordernoproblem.org/2019/11/10/bruessel-volunteer-we-are-constantly-looking-for-volunteers-that-can-commit-for-two-weeks-or-more-please-get-in-touch/

Rasthaus-Broschüre: Vor den Toren der Festung Europa: https://afrique-europe-interact.net/files/rasthaus_in_rabat__web.pdf

Ventimiglia, italienisch-französische Grenze 2018

Wenn du gekommen bist, um mir zu helfen, dann verschwendest du deine Zeit. Wenn du aber gekommen bist, weil deine Freiheit mit meiner verbunden ist, dann lass uns zusammen arbeiten.

(australische) Murri-Aktivistin Lilla Watson

Ich verließ mein Land also nicht freiwillig. Vielmehr ging ich, ohne zu wissen, wohin. Mein wichtigstes Ziel war, mein Leben zu retten. Auf meiner Route wurde dieses Ziel beinahe vereitelt – doch Gott sei Dank lebe ich.

Emmanuel Mbolela, „Mein Weg vom Kongo nach Europa“

Wir haben entschieden, uns explizit als Flüchtlingsfrauengruppe zu organisieren, da wir die Erfahrung gemacht haben, dass geflüchtete Frauen doppelter Diskriminierung ausgesetzt sind: Sie werden als Asylbewerberinnen durch rassistische Gesetze ausgegrenzt und als Frauen diskriminiert. Dieser Kampf wird von geschlechtergemischten Flüchtlingsselbstorganisationen unserer Erfahrung nach wenig mitgetragen, da diese häufig von Männern dominiert werden, die andere Themen als wichtiger ansehen.
Wir besuchen regelmäßig die «Gemeinschaftsunterkünfte» in Brandenburg, um geflüchteten Frauen proaktive Unterstützung aus der Sicht der Betroffenen anzubieten, um aktuelle Informationen auszutauschen und um aus erster Hand Informationen über die Bedürfnisse der Frauen vor Ort zu erhalten.

Women in Exile

Der Sommer 2015 am Budapester Bahnhof war keine Szene für eine schwarze Komödie. Es war unsere schmerzhafte Realität. Frauen, Männer, Kinder und Babys leben Tage und Nächte vor dem Budapester Hauptbahnhof. Wir wurden von PolizistInnen umkreist und haben den ganzen Tag für unsere Rechte demonstriert. 
Der Weg aus den vielen Krisengebieten dieser Welt nach Europa ist beschwerlich, gefährlich und oftmals tödlich: Viele von uns waren in den türkischen Lagern der Schande und verloren alles, was sie hatten an Schleusern. Wir überquerten auf überfüllten Schlauchbooten die griechischen Inseln Lesbos und Samos und nach monatelanger Verelendungsstrategie auf den Hotspot-Inseln mit eigenem Asylsystem erreichten wir das Festland. Danach setzten wir unseren Weg mit dem »Marsch der Hoffnung« über die Balkanroute Richtung Westeuropa fort. Und als endlich die Entscheidung fiel, dass wir den Budapester Bahnhof verlassen durften, entschlossen wir uns zu Fuß die rund 175 Kilometer entfernte österreichische Grenze zu erreichen.
Die sogenannte Flüchtlingskrise ist eine Krise europäischer Migrationspolitik. Die europäischen Staaten und die EU finden keine nachhaltigen Antworten auf die Migrations- und Flüchtlingszahlen und weigern sich weltweite Migration als Normalität ihrer täglich mitproduzierten globalen Welt zu betrachten.
Wir müssen die Probleme beim Namen nennen. Migration ist kein Spielball nationaler Interessen, wie beim EU-Türkei-Deal. Und wir müssen auch Raum geben für alle inneren Grenzen in unserer Gesellschaft, um sie dekolonial auszubuchstabieren.

Ghaylan, NoBorder. NoProblem-Aktivist und 2015 auf Samos

Dass ich heute noch in Deutschland bin und hier bleiben darf, wurde nur dadurch möglich, weil ich mich gegen Pseudo-Bürokratie gewehrt habe und mich seit Jahren gegen Abschiebungen engagiere. Viele Flüchtlinge haben nicht den Mut, sich gegen die staatliche Repression zu wehren, doch das muss sich ändern. Ich sehe es als meine Pflicht, denen zu helfen, die sich nicht wehren können, und gegen Ungerechtigkeit und Ausgrenzung zu kämpfen. Wir können die Welt nicht an einem Tag verändern. Deshalb schätze ich jeden kleinen Schritt und gebe selbst mein Bestes.

Rex Osa, Refugees4Refugees und Break Isolation

Wir dürfen nie vergessen, dass jene von uns, die zu Flüchtlingen und MigrantInnen wurden, von Regionen der Welt kommen, die die Mehrheit der Weltbevölkerung ausmachen. Obwohl sie uns Minderheiten nennen, sind wir in Wahrheit die Mehrheit. Und wir sind nicht, entgegen dem Dreck und dem Gift, welches uns in den letzten fünfhundert Jahren in unsere Köpfe injiziert wurde, in irgendeiner Weise minderwertig. Im Gegenteil, die menschliche Geschichte wird sich eines Tages an die sogenannte “Westliche Zivilisation” erinnern als die grausamste, zerstörerischste und ausgrenzendste imperiale Macht, die je existiert hat. Werden wir jemals wissen, wie viele Milliarden Menschen direkt oder indirekt deswegen ums Leben kamen?

The Voice Refugee Forum

Die Zivilgesellschaft ist heute sehr sichtbar, mit der „#ausgehetzt“ oder der „#unteilbar“-Demo; bei „Wir sind mehr“ oder eben bei We’ll Come United. Aber das reicht nicht mehr. Es geht nicht mehr darum, Teddybären zu verteilen oder „Herz statt Hetz“-Aufkleber. Die Bewegung muss viel radikaler werden. Das meinen wir mit „Aufstand der Solidarität“: Radikal Menschen schützen. Wir müssen solidarische Städte entstehen lassen. Wir müssen die lokale und die transnationale Ebene miteinander verbinden. So kann man das Nationale unterlaufen und gleichzeitig überspringen.

Newroz Duman, United against racism

Niemand, der sein Land verlassen hat, ausgewandert oder geflohen ist, hat dies freiwillig getan. Sie alle waren dazu gezwungen. Unabhängig von ihrer Religion, ihrer Hautfarbe und den Sprachen, die sie sprechen. Sie sind alle Menschen, Menschen genau wie ihr.
Sie haben keine Schuld. Die Schuldigen, das sind ihre diktatorischen Regierungen. Diese Menschen hingegen wollen einfach nur ihr Leben retten und ihren Seelenfrieden finden. Sie versuchen, daran besteht kein Zweifel, der Hölle zu entkommen, in der sie leben mussten.
Jetzt brauchen sie dringend Menschen, die sie unterstützen, ihnen Zuflucht bieten und ihnen dabei helfen, zurechtzukommen. Und wahrscheinlich brauchen sie auch Menschen, die sie aus ihrer Einsamkeit holen und mit ihnen die Leere füllen, die ihr bisheriges Leben zuweilen hinterlassen hat.
Es sind Menschen, die im Gespräch scherzen und lachen, aber in ihrem Innersten von einem Schmerz zerfressen werden, den nur wenige kennen. Ich wünsche mir, dass ihr ihnen unvoreingenommen gegenübertretet und tut, was in euerer Macht steht, um ihr Leben ein bisschen besser zu machen.

Zain Alabidin Al Khatir, „Ums Überleben kämpfen
Meine Flucht aus dem Sudan und Libyen nach Deutschland“, Hildesheim im Mai 2019

Asyl in Deutschland ist eine Falle. Die Zukunft der Asylsuchenden wird im Keim erstickt, beschlagnahmt, ihre Jugend gestohlen wie früher die ihrer Vorfahren. Ganze Generationen opfern ihr Leben auf dem Altar der unmenschlichen und kapitalistischen Ansprüche der sogenannten reichen Länder.

Rodrigue Péguy Takou Ndie, „Die Suchenden“

Die türkische Küstenwache hat zwei Boote. Ein kleines und ein großes Militärschiff. Vom großen Schiff aus schossen sie in den Himmel, schrien und machten laute Geräusche. Mit dem kleinen Boot verfolgten sie uns und schlugen auf uns ein, damit wir im Wasser sterben.

Azmir, 20 Jahre, aus Syrien, (2016), brauchte fünf Versuche, bis er es schaffte, das Meer auf die Insel Lesbos zu überqueren. Bei jedem Versuch wurde er wieder von der türkischen Küstenwache aufgehalten. Doch schließlich gelang es ihm, ihr zu entkommen.

In manchen afrikanischen Kulturen gehört das Reisen zur Initiation. Man wird nicht erwachsen, solange man seine Familie nicht verlassen hat, um in die Ferne zu gehen, wo man andere Menschen und Kulturen entdeckt, und die Realitäten der Welt kennenlernt. Es geht darum, sich vom Komfort und der Fürsorge der Mutter und vom Schutz des Vaters zu lösen. Zu gehen bedeutet, sich zu beweisen – zurückkehren, die Seinen mit dem Wissen zu bereichern, das man in einer anderen Welt erlangt hat.
Migration ist seit jeher ein wichtiger Bestandteil der afrikanischen Gesellschaften. Bis heute ist sie mehrheitlich ein innerafrikanisches Phänomen. Nicht wenige derer, die Richtung Europa aufbrechen, verschwinden auf immer in den Fluten der Meere oder den Wüsten der Sahara – ein unsichtbares Drama, das nicht nur auf das unerträgliche Schweigen afrikanischer Regierungen hinweist, sondern vor allem auch auf das Scheitern der europäischen Grenzpolitik.

Tidiane Kassé

Die zirkuläre Migration ist kein Konzept aus einer, sagen wir, westlichen Sprache. Sie ist auch mehr als ein Konzept, sie ist ein Paradigma, unser Paradigma – unser Beitrag zur Weiterentwicklung der Menschheit. Es ist ein menschliches Prinzip, die Energien zirkulieren zu lassen. Es geht um Migration, um Bewegung, um Geben und Nehmen. Das sollte Europa fördern, nicht blockieren. Denn sobald man diese Bewegung behindert, gibt es Desorientierung. Und das führt unvermeidlich zu Dramen. Und wenn immer härtere Maßnahmen ergriffen werden, vergrößert und verstärkt das nur diese Dramen. Wir sind schon lange von einer zyklischen Bewegung zu einem Zyklus der tödlichen Bewegung übergegangen. Entmenschlichen wir also nicht die Menschheit – um nicht weniger als dies geht es!

Alassane Dicko

 

Wir danken für die Unterstützung:

Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Hildesheim e.V.