NoBorder. NoProblem.

Netzwerk: Bewegungsfreiheit für alle! Xoriyadda dhaqdhaqaaqa qof walba! !حرية التنقل أوالحركة للجميع ናጻ ምንቅስቃስ ንኹሉ! ! جنبش آزادی برای همه

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Aufruf – Hunderte Menschen ohne geregeltem Aufenthaltsstatus in Brüssel

Eine selbstorganisierte Gruppe ist seit August 2019 in Brüssel und unterstützt beim Aufbau einer Infrastruktur zur Verpflegung von Menschen ohne geregeltem Aufenthaltsstatus (Sans Papier). Die Gruppe war bereits im Sommer 2018 in Nordfrankreich aktiv. Hier erfahrt Ihr fortlaufend über die Aktivitäten der Gruppe.

Alarm Phone Sahara – Aktivismus für Bewegungsfreiheit südlich des Mittelmeers

[CLICK] Hier geht es zu Berichten über das Alarm Phone Sahara, die fortlaufend aktualisiert werden

We’ll come United Eindrücke, 24.8. auf #unteilbar

United Solidarity-Paradeblock mit 9 Trucks für eine größere Verbindung von migrantischen mit antirassistischen Kämpfen

Nach 30.000 Demonstrierenden 2018 in Hamburg mit über Zehntausend im Paradeblock von United Solidarity bei #unteilbar in Dresden, alle Fotos: nobordernoproblem.org

Auf dem antirassistischen & antifaschistischen Block gab es viele Stimmen, X-Sprachen, sie kamen von überall her und waren schon immer hier; wir verteidigen den Mut gegen die Angst und sprachen über das Notwendigste und Schönste der Welt: Solidarität. Auf 9 Trucks:

Coalition Truck – Solidarity Studio.
NIKA, We’ll Come United, Iuventa10 und Tribunal ‘NSU-Komplex auflösen’ reichen das Mikro rum und drehen den Sound auf: wir sind da, wir bleiben, wir sind das volle Boot und alle können mitfahren. Solidarity wins!

Alltagsrassismus frisst unsere Seele – unteilbar gegen rechts!
Drei sächsischen Städte, Bautzen, Borna und Pirna, vernetzen sich im Kampf gegen den alltäglichen Rassismus und zeigen sich gemeinsam auf den Straßen Dresdens!  Der Wagen bringt Themen der Geflüchteten in die Öffentlichkeit Kommt dazu!!! Unterstützt uns! Kämpft mit uns!

Anti-Deportation Truck – Abschiebungen sind ein Verbrechen!
1496 Menschen wurden im ersten Halbjahr 2019 abgeschoben. Es sind allesamt brutale Eingriffe in das Recht auf Bewegungsfreiheit. Alle Abschiebungen stoppen! Wir kommen mit einem großen LKW nach Dresden, auf dem wir laut und gemeinsam gegen dieses tausendfache Unrecht protestieren. Sand ins Getriebe der Abschiebemaschinerie!

»Jugendliche ohne Grenzen« gegen Abschiebungen

Nationalismus ist keine Alternative (NIKA)
Der Rechtsruck kann nicht durch Anpassung gestoppt werden. Gegen die Menschenverachtung von rechts helfen kein Verständnis und kein freundlicher Dialog, sondern nur klare Kante und radikale Kritik – auch an der Mitte der Gesellschaft. Nationalismus ist keine Alternative“ (Nika) ist eine bundesweite Mitmachkampagne, die versucht, antifaschistische Gruppen zu vernetzen und der Normalisierung der Festung Europa und ihrer Fans entgegen zu treten.

Fluchtursachen und Bewegungsfreiheit
Es gibt tausend Gründe, warum wir aus Ländern des globalen Südens nach Europa kommen: Weil Diktatoren, korrupte Eliten und multinationale Konzerne mit Hilfe der Regierungen reicher Staaten unsere Freiheit und Menschenrechte mit Füßen treten. Weil sie Kriege provozieren, führen und unterstützen. Doch das ist noch nicht alles. Viele von uns sind auch unterwegs, weil wir neugierig sind, weil wir etwas anderes kennenlernen wollen. Wir sind keine Menschen 2. Klasse! Wir sind Weltbürger*innen!

Solidarity City Themenwagen
Jeden Tag kämpfen wir in unseren Städten z.B. mittels BürgerInnenAsyl gegen Abschiebungen, mit medizinischen Flüchtlingshilfen gegen den Ausschluss von der Gesundheitsversorgung, mit Selbstorganisation und Beratung für gleiche soziale Rechte.

Unser Themenwagen wird die unterschiedlichen Aspekte einer Solidarischen Stadt sichtbar machen. Mit dabei ist zudem der „Lauti“, der Lautsprecherwagen der Jungen Gemeinde aus Jena, der nach einer Demonstration gegen einen Naziaufmarsch in Dresden in 2011 über drei Jahre beschlagnahmt wurde.

Aufstehen gegen Rassismus Chemnitz
Seit Jahren verbreitet die AfD in den Parlamenten, im Internet und auf der Straße ihre Hetze. Dagegen hat sich 2016 Aufstehen gegen Rassismus als ein breites, bundesweites Bündnis gegründet. Unser gemeinsames Ziel ist es, die AfD bundesweit aus den Parlamenten, den Medien, den Straßen und Plätzen zu drängen. Auf dem Lautsprecherwagen von Aufstehen gegen Rassismus werden Redner*innen aus unterschiedlichen Spektren deutlich machen: „Wer AfD wählt, wählt Nazis!“ Rassismus ist keine Alternative!

Yalla Yalla Antifascisti – Theater X
Die Geister der Vergangenheit… waren nie wirklich weg. Heute kommen sie mit neuer Stärke zurück an die Oberfläche. Wie ein schleichendes Gift breiten sie sich in Medien, Politik, Kultur und in unseren Stadtteilen aus… wo alte Gedanken immer noch auf fruchtbaren Boden fallen. Sie sollen uns spalten, gegen einander aufhetzen und locken mit falschen Versprechungen. Nun ist die Zeit zu entgiften! Zeit die falschen „Alternativen“ zu entlarven!! Unsere Antwort auf ihre Spaltung heißt: Unity! Unsere Antwort auf ihren Hass heißt: Solidarität! Mit kultureller Aktion und widerständigen Perspektiven miXen wir am 24.8. in Dresden zusammen ein solidarisches Gegengift! Yalla Yalla Antifascisti!

Flüchtlingsräte & Pro Asyl
Geflüchteten das Leben zur Hölle zu machen scheint im Mittelpunkt der Asylpolitik Europas zu stehen. Die Entrechtung von Schutzsuchenden wird durch das Hau-Ab-Gesetz weiter vorangetrieben und Flucht durch die Inhaftierung im Abschiebeknast kriminalisiert. Wir fordern faire Asylverfahren, eine menschenwürdige Aufnahme und Bewegungsfreiheit. Wir fordern: weg mit den Abschiebeknästen – 100 Jahre dieser rassistischen Praxis sind genug! Freedom of Movement is everybody`s right!

Spontankonzert auf dem Anti-Deportation-Truck und Your Silence is Killing – Stop the deportation and Defend the RefugeeBlackBox-Aktion von the The VOICE Refugee Forum

»Oury Jalloh war ein Zauberer, laut Polizeibericht. Vollführte im Verborgenen sein größtes Meisterstück. Hat mit Händen und mit Füßen, fixiert an Grund und Wand. Sich auf feuerfester Matte in Schutzhaft selbst verbrannt. Wie man von Einzelfällen sprechen kann, ich werd es nie verstehen. Es gibt Menschen, die das wollen, die das alles gerne sehen. Tief in ihren Herzen heben sie die rechte Hand. Zünden Krisenherde, hoffen auf den Flächenbrand. […] Wo bleiben die Beschwerden? Warum lassen wir das zu? Wir können was dafür, wenn wir nichts dagegen tun. Wo bleiben die Beschwerden? Wo führt das alles hin? Warum tun wir so, als wärn wir blind? Wir schweigen ins Verderben, wenn wir tun, als ob nichts wär. Wir können was dafür, wenn wir uns nicht dagegen wehren. Wo bleiben die Beschwerden? Es gibt nur einen Weg: Widerlegen, widersetzen, widerstehen. Und irgendwo hinter der Glotze endet unser Tellerand. Und wir richten ohne Glatze ähnlich großen Schaden an. Nein, es sind nicht die paar Nazis, es ist unsere Ignoranz. Als wär es nicht in unserer Mitte, sondern nur am rechten Rand. Machen wir weiter unsere Witze über Gutmenschen im Land.« – ENNO BUNGER auf #unteilbar

Yalla Yalla MigrANTIFASCISTI!

You can‘t evict Solidarity – Antirepressionsarbeit an den EU-Grenzen

Info-Veranstaltung am Freitag, 9. August, Trillke-Gut Hildesheim zu aktueller Solidaritätsarbeit mit Fliehenden an den EU-Grenzen, auf der QueerFeministischenFerienFreizeit und Vorstellung der neuen CANDY-Broschüre, u. A. mit einem aktuellen Border-Monitoring-Bericht aus Ventimiglia-Menton

Die Fluchtrouten, z.B. über das ägäische Meer vom türkischen Festland auf die griechischen Inseln wie Lesbos, werden für Flüchtende seit dem EU-Türkei-Deal immer riskanter. Trotz allem nehmen immer noch viele Menschen den gefahrvollen Weg auf sich und sitzen z.B. in Lagern auf den griechischen Inseln, an den Grenzen entlang der Balkanroute oder in Gefängnissen fest.
Gleichzeitig werden Proteste gegen die Zustände und für offene Grenzen häufig gewaltvoll von Polizei und Militär niedergeschlagen, die Protestierenden abgeschoben oder inhaftiert. Trotz der staatlichen Repression kämpfen weiterhin viele Menschen gemeinsam entlang der EU-Grenzen, in den Camps und auf den Straßen gegen die unmenschlichen Bedingungen.
Die im Jahr 2016 gestartete Solidaritäts-Kampagne „You can‘t evict Solidarity” unterstützt Betroffene gegen staatliche Repression und kämpft für eine alternative Öffentlichkeit.

In dieser Informations-Veranstaltung wird nach einem kurzen Rückblick auf die Entwicklungen an den Grenzen seit 2015 die aktuelle Situation auf der Balkanroute, in Griechenland und an den EU-Grenzen skizziert sowie die willkürliche Kriminalisierung von protestierenden Menschen an Beispielen verdeutlicht und über die Arbeit der Kampagne „You can’t evict Solidarity” berichtet. Ein Kurzfilm zeigt zudem die Kriminalisierung von Fliehenden, die auf den griechischen Inseln als „Schmuggler“ inhaftiert und zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt werden.

Des Weiteren ist im Rahmen der Veranstaltung die neue CANDY-Broschüre der Kampagne mit Texten zur Situation an den EU-Grenzen gegen Spende erhältlich. Außerdem ist bei dem Vortrag Raum für Diskussionen und Updates zwischen Vortragenden und Zuhörenden.

Wir wollen kein einziges Land haben, sondern wir wollen eine Welt gewinnen. Wir wollen keine Natio- nalität haben, sondern eine Gesellschaft ohne Gren- zen in der ganzen Welt. Wir wollen allen Menschen zeigen, dass wir die Millionen Tote im Mittelmeer nicht hinnehmen können.
Ich glaube, dass wir als Geflüchtete zusammen mit Aktivisten*innen gegen Waffenexporte, Abschie- bungen, Abschiebeknast und den ganzen anderen Verstößen gegen die Menschenwürde kämpfen müs- sen, damit wir dieses rassistische System endlich be- enden können!

K.vom Refugee Café Göttingen, Ein Beitrag aus der CANDY-Broschüre
Border-Monitoring-Bericht von NoBorder. NoProblem in der CANDY-Broschüre

Das QueerFeministischee Sommercamp:

Sommerferien, große Pause und nichts los?
– Auf in die QueerFeministischeFerienFreizeit!

Von Montag, 05.08. bis Samstag, 10.08. öffnen wir Tor, Baumhaus, Garten und Bühnen des Trillke Guts um mit Euch gemeinsamen einen queerfeministischen Sommer zu verbringen.

In dieser Woche wollen wir gemeinsam Kultur gestalten, diskutieren und voneinander lernen. Es wird zusammen gekocht, gegessen und gefeiert. Räume sollen geöffnet werden, um politische Sichtweisen und subjektives Erleben zusammenzubringen, Diskurse zu feministischen und queeren Themen weitergegeben und aktiv erfahren werden. Dem Gedanken eines Barcamps folgend sollen insbesondere Mädchen, Frauen und LGBTIQ* Plattformen und Austauschmöglichkeiten geboten werden, sowohl für die Vermittlung von Fähigkeiten als auch für den politischen Diskurs. 

Wir möchten Ausprobierort sein und Menschen, ermuntern, auch zum ersten Mal eine Idee auszutesten, etwas vorzutragen und auf der Bühne zu stehen.
Was auch immer geht: auf der Wiese liegen und Utopien träumen, Sterne deuten, Filme gucken, Wasserrutschen, Comics im Baumhaus lesen…
Wir fänden es schön, jeden Tag gemeinsam zu essen.

Call for volunteers

Luckily we haven’t had any further encounters with the police the last week. So we can continue for now with our daily work. At the moment we are 8 people preparing and distributing a daily dinner and a full day food station next to the border.

Since some people will leave next month we urgently need people to be able to keep on going. Apart from that we have a major car problem (R.I.P. Van).
We urgently need people and cars for August and September who want to help us!
So ask your human and car friends if they wanna come.
If you are interested just send us a message, we would be happy to welcome you here.

Please share this message!

Peace, love and black nail polish!!

CALL FOR ACTION – CALL FOR PEOPLE – CALL FOR DONATIONS

Es gibt mal wieder Neuigkeiten aus Ventimiglia!
So sah die Lage bis Anfang Mai noch aus:
Seit mittlerweile etwa einem Jahr unterstützen unabhängige Aktivist_innen gemeinsam mit Kesha Niya Kitchen mit einem Frühstück an der Grenze die Menschen auf der Flucht, die bei Menton aus „Kurz-Haft“ entlassen werden. Das Frühstück findet nach wie vor ca. 1 km vor der französischen Grenze bei Menton statt. An dieser Straße müssen die Zurückgewiesenen oder aus der Region abgeschobenen Menschen zurück nach Ventimiglia, nach Italien, laufen. Der Großteil besteht aus Menschen, die beim Grenzübertritt zu Fuß/per Bus/Bahn von der französischen oder italienischen Polizei festgenommen wurden. Die meisten wurden am vorigen Tag oder Nacht festgenommen und bis zum nächsten Tag festgehalten. An dieser Anlaufstelle wird allen Vorbeikommenden Getränke, Essen, Informationen, Wifi und die Möglichkeit, Mobiltelefone zu laden, angeboten. Wichtig sind dabei vor allem Informationen über rechtliche Möglichkeiten und über soziale Einrichtungen in Ventimiglia. Uns gibt der Kontakt eine Möglichkeit, Polizeigewalt zu dokumentieren und Informationen über die Vorgänge an der Grenze zu verbreiten. Auf den französischen Einreiseverbots Papieren, dem „Refus d’entrée“, den die meisten Menschen an der Grenze erhalten, ist ein eindeutiges Muster beim Ausfüllen seitens der französischen Polizei zu erkennen. In der Regel ist die Begründung für das Einreiseverbot, dass die entsprechende Person eine „Gefahr für die öffentliche Ordnung, die nationale Sicherheit/Gesundheit oder für die
internationalen Beziehungen eines oder mehrerer EU-Staaten“ darstelle. In 99% der Fälle wurde dieses Kästchen von der Polizei auf den Papieren angekreuzt. Allerdings werden diese vermeintlich „gefährlichen Personen“ im Anschluss in Italien frei gelassen.

Jeden Tag begegnen uns zahlreiche Personen deren französische Dokumente, d. h. ihre Aufenthaltsgenehmigung in Frankreich, von der französischen Polizei nicht anerkannt, gestohlen oder vor ihren Augen zerstört wurden. Auch Geburtsurkunden von Minderjährigen, die fälschlicherweise als volljährig registriert wurden, werden massenweise von der französischen Polizei gestohlen. Diese Dokumente zurückzubekommen oder die Polizei auch nur dazu zu bringen zuzugeben, dass sie die Dokumente entnommen haben, ist uns bisher noch nicht gelungen. Wie die Situation aktuell ist:
In den letzten zwei Wochen kam immer wieder die „polizia“ (Polizei), die „polizia locale“ (lokale Polizei) und die „digos“ (Zivilpolizei) zu dem Ort des Frühstücks.

Gestern, am 6.5.19, ist die Polizei auf die Aktivist_innen, die das Frühstück ausrichten, zugegangen und hat ihnen verboten, das weiterhin zu tun. Das Essen musste abgebaut werden, außerdem wurden Personen (mal wieder) auf ihren Ausweis kontrolliert. Im Laufe des Gesprächs wurde klar, dass dieser neue Umgang darauf zurückzuführen ist, dass Nachbar_innen sich davon gestört fühlen, dass den Flüchtenden an der Straße Lebensmittel und Informationen angeboten werden. Es wurde sich darauf berufen, dass es in Ventimiglia ein generelles Verbot gäbe, Essen zu verteilen (absurd genug). Faktisch gab es dieses Verbot zwar mal, das ist nach unseren Recherchen aber nicht mehr aktuell. Die Polizist_innen sind mit der Ansage weggegangen, dass die Aktivist_innen an der Stelle sitzen dürften, aber nichts mehr verteilen sollen.
Am 7.5. ist die Polizei wiedergekommen, hat alle Aktivist_innen mit Vornamen angesprochen und erneut auf das Verbot hingewiesen.

Was bedeutet das?
Insgesamt ist klar, dass die neuen Formen der polizeilichen Repression dazu führen sollen, aktivistische und solidarische Handlungsformen zu unterdrücken. Die Menschen, die der Situation Aufmerksamkeit schenken, werden eingeschüchtert und die Arbeit wird mit allen möglichen Mitteln erschwert.
Zu allen neuen erschwerten Umständen dazu ist die Gruppe Kesha Niya zur Zeit sowieso in einer schwierigen Situation. Neben ihren täglichen Aufgaben wie die Food Distribution und weiteren Aktivitäten steht der Umzug auf ein neues Gelände an. Außerdem ist das letzte verfügbare Auto der Gruppe kaputt gegangen und nun steht nur noch ein Mietauto und eines einer Aktivistin, die den Ort bald verlassen wird, zur Verfügung.

Und jetzt?
Die Menschen vor Ort brauchen Unterstützung, um weiterhin konkrete Solidarität mit Menschen auf der Flucht zeigen zu können – daher an dieser Stelle nochmal: das ist ein call for people, call for action, call for money! Wenn du Zeit-Energie-Ressourcen hast, solidarische Menschen kennst, die losfahren wollen, eine Soli-Party schmeißen kannst – dieser Spot braucht diesen Support!
Was konkret gebraucht wird:

  • Menschen vor Ort;
  • ein Auto (wenn sich dieses irgendwo zwischen hier und Norditalien befindet finden wir sicher
    einen Weg, das runter zu fahren);
  • Geld;
  • mediale Aufmerksamkeit !
  • Teilt diesen Aufruf gern mit Freund_innen, Genoss_innen, euren Gruppen, auf aktivistischen Mailinglisten und sozialen Netzwerken, Veranstaltungen, … und meldet euch! Solidarität muss praktisch werden!
    Mehr Infos zur Situation findet ihr auf verschiedenen Websites, zum Beispiel der Facebook-Seite der Gruppe Kesha Niya!

Bericht vom Breakfast bei Menton, Mitte bis Ende März 2019

Wir danken dem*der Aktivist*in für die Bereitstellung seines*ihres Erfahrungsberichtes.

29.04.19

Das Breakfast findet nach wie vor ca 1 Kilometer vor der frz. Grenze vor Menton statt, am Rand der Straße auf der so gut wie alle der Zurückgewiesenen oder aus der Region abgeschobenen Leute zurück Richtung Italien laufen müssen. Teilweise sind auch Menschen dabei, die in Paris oder Marseille festgenommen werden, aber der Großteil besteht aus Menschen, die beim Grenzübertritt zu Fuß oder per Bus oder Bahn von der frz. oder ital. Polizei festgenommen wurden. Die Meisten wurden am vorigen Tag oder Nacht festgenommen und bis zum nächsten Tag festgehalten. Der Aufbau des Breakfast beginnt zwischen 9 und halb 10, wenn die ersten Leute freigelassen werden. Die Freigelassen kommen ab dann einzeln oder in Kleingruppen in Abständen von ca. 10 Minuten die Straße von der Grenze herauf. Sie mussten meistens eine Nacht in frz. “garde a vue” verbringen und wurden dann mit einem “refus d’entre” Zettel auf die italienische Seite geschickt, wo sie abermals von der ital. Polizei kontrolliert wurden. Es
passiert oft, dass die frz. Polizei die Papiere der Einreisenden vernichtet, Leute mit legalem Status in Frankreich werden so oft gezwungen nach Italien zu gehen. Beim Breakfast werden allen Vorbeikommenden Getränke, Essen, Informationen, Wifi und die Möglichkeit Mobiltelefone zu laden angeboten. Wichtig sind dabei vor allem Informationen über rechtliche Möglichkeiten und über soziale Einrichtungen in Ventimiglia.
Das Breakfast Team besteht meisten aus 2-3 Leuten, die Kaffee, Wasser und Essen kochen und Neuankömmlinge begrüßen und informieren. In letzter Zeit kommen aber auch vermehrt Aktivist_innen von Save-the-children, Caritas und OxFam aus Ventimiglia für 1-2 Stunden dazu. Das ist oft eine große Hilfe, da viele Menschen gute italienisch Kenntnisse haben. Auch Krankenpfleger_innen und Psycholog_innen von Medecins-du-Monde (?) waren in letzter Zeit gelegentlich anwesend und brachten ihr Fachwissen ein.
Viele Leute benötigen gerade das, da sie auf den langen Fußmärschen oft Fußverletzungen erleiden oder auch oft von der Polizei seelisch und körperlich misshandelt werden. Vor allem von der frz. Polizei hörten wir nahezu täglich, dass diese Pfefferspray und körperliche Gewalt im Gewahrsam eingesetzt hätten. Das frz. Arrestgefängnis an der Grenze bei Menton besteht nur aus Wänden und einem Gitter anstelle eines Daches. Das die Gefangen Essen und Wasser im Arrest erhalten passiert in den wenigsten Fällen. Meistens kommen übernächtigte hungrige und durstige Menschen zum Breakfast. Nicht selten verbringen die Leute mehrere Nächte am Stück in diesen Verhältnissen im frz. Arrest.
Es gab z.B. einen Fall vor zwei Wochen, wo ein Algerier mit guten deutsch Kenntnissen erzählte, dass er vier Nächte am Stück ohne Essen, Trinken und Schlaf im Arrest verbringen musste. Am letzen Tag wurde er anscheinend von den Wärtern so heftig zusammengeschlagen, dass er einen gebrochen Arm und eine offene Wunde am Kopf davon trug. Er erzählte, dass er bereits vor 9 Jahre nach Deutschland gekommen wäre und seitdem dreimal abgeschoben wurde, sowie drei Jahre dort im Gefängnis verbracht hätte. Ich vermute, dass dies die Rechtfertigung für die “Sonderbehandlung” durch die frz. Polizei gewesen ist.
Eine einfache aber wichtige Aufgabe beim Breakfast ist die Begleitung der aufbrechenden Menschen zur nächsten Bushaltestelle. Diese ist sehr schwer zu erkennen und es kam schon vor, dass der Bus nicht hielt, wenn keine hellhäutige Person anwesend war. Sonntags fahren gar keine Busse, dann ist es hilfreich wenn Sammeltaxis für die Fahrt nach Ventimiglia bestellt werden. In Einzelfällen bringen Aktivist_innen auch Verletzte, Schwangere oder Familien mit Kindern nach Ventimiglia zum Krankenhaus, Bahnhof oder zum Campo Croce Rossa.
Die Zahl der Leute die am Breakfast vorbeikommen, schwankt stark. Die meisten Tage sind es zwischen 30-50 Personen, an anderen Tagen wiederum 140 oder nur 20 Personen. Das liegt zum einen an der schwankenden Motivation der Refugees, aber auch an der politischen Lage und der daraus resultierenden Polizeiaktivität.
Z.B. gab es vor einigen Wochen ein Treffen zwischen dem französischen und dem chinesischen Präsidenten in Nizza, wo kurz davor die Kontrollen und Festnahmen hochgefahren wurden, so dass am folgenden Montag 110 Personen beim Breakfast auftauchten.

Die Reaktionen der Anwohner auf das Breakfast sind sehr durchmischt. manche wechseln die Straßenseite oder beleidigen, andere bleiben auf einen Kaffee oder bringen Sach- oder Geldspenden. Ein Refugee erzählte uns außerdem, dass an der Grenze nicht weit vom Breakfast Bärenfallen aufgestellt wurden. Er sagte, dass er nachts beim Grenzübertritt auf einem kleinen Pfad im Dickicht einen anderen Refugee gesehen hätte, der in einer Bärenfalle feststeckte und stark am bluten war. Er hätte es der Polizei gesagt als sie ihn morgens in Marseille festnahmen. Zeitlich und örtlich stimmt diese Information mit der Beobachtung vom Breakfast-Team darin überein, dass an jenem morgen ein französischer
Rettungshubschrauber in der Nähe an der Grenze landete und etwas später in Richtung Monaco davon flog.

Bei der Food-Distribution in Ventimiglia sind grad nur noch so um die 50 Leute täglich. Das Rote-Kreuz-Camp lehnt neuerdings ständig Leute ab und die Polizei vorm Camp sagt den Aktivist_innen, dass sie sich nicht in der Straße aufhalten dürfen.

Empitopi in Ventimiglia

Eine Gruppe Aktivist*innen ist seit Anfang März in Ventimiglia aktiv. Ihre Berichte sind hier zum Download und Verbreitung hochgeladen.

WARNING: reports of police violence and cruelty follow.

January 26, 2019

The atmosphere at the border container, which was already a torture chamber, has gotten even more grim in the last few weeks.

As mentioned before in breakfast updates, dozens of people are kept inside these metal containers for up to 24 hours or more, without food, water, toilets, medical attention or a roof. The floor is kept wet so no one can sit or lie down. Obviously, for those who are worn out or lesser abled, this is already a dangerous situation.

We are stationed about 300 metres further, on the Italian side, to welcome those who come out wth food, tea, coffee, and a station to charge the phones that have not been taken or smashed by police. Throughout a week we listen to hundreds of stories. Lately, the stories we collect have shown a huge increase in police violence and abuse of power:

French police take important documents away (such as minors’ birth certificates) and when they ask for them back, or ask for food or water, they get punched in the face (…with a ring). They hit minors for trying to declare themselves as minors. They spray pepperspray into the closed container, sometimes straight into the eyes, and beat people without mercy.
A man came out day before yesterday with bruises and cuts, with blood on his jacket, and on the back of his hand he had a burn mark: French police had not only beaten him up and insulted him, but also extinguished a cigarette on his hand. (See pictures.) He told us of how they had slapped his face and punched him and one told him he would fuck his mother. They took all his belongings.

Hopefully this doesn’t need to be added, but we have no reason to doubt these accounts: people are all locked up together and confirm each other’s stories independently.
We are not surprised but outraged. This is how far the French state will go to “discourage” migration. 
We will keep doing breakfast and try to provide all the encouragement, solidarity and coffee that we can.

La frontiere tue! Let all of us do what we are able to.

Thank You!

December 31, 2018

Friends and family,

It is the end of the year already and we want to say a massive thank you for the awesome help and support we received this year which made us able to continue our mission !

We thank you for the food you brought us, the clothes you gathered, the money you offered, the logistical help you provided and much more :

Thank you to all the scouts and students who came to learn more about the situation of Ventimiglia and shared some time with the migrants.

Thank you to those who brought music to light up the evenings at the distribution and at the farm.

Thank you to the associations that provide us the means of continuing our missions day by day by lending us their ressources and their much needed help !

Special thanks too to the associations in Germany that keep helping us by raising funds and sharing our fights.

Thank you to our long time friends who still support us and always find a way to come up with solutions when we are in trouble !

Thank you to the new friends we made this year also who are bringing new and fresh ideas and enthusiastic help !

Thank you to groups that came to us and put all their energy and ingenuity into developping new ways to help.

Thank you to the associations, groups and activists that are working relentlessly with us in and around Ventimiglia.

Thank you for opening your spaces, hosting us in transit and making our relocation this year possible.

Thank you to those who come to help regularly at the distribution and thank you again to those who come to eat and help with the distribution first !

Another very big thank you to all the volunteers that came, shared our work and are forever part of our family.

Finally thank you for collecting wood beside us, for distributing with us, for eating with us, carrying water with us, lighting up fires with us, for bearing with us, for watching with us, driving us, cooking with us, for living along us, making tea with us, hosting us, translating for us and others, and much much more. Thank you for doing all of this for you, for us, and for an ideal we all believe in.

Thank you all for your support in 2018, we are counting on you for 2019 and you know you can count on us !!

Kesha Niya, the fight is not over.

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